Klostergeister

Klostergeister? Für die Ahnungslosen unter euch versuche ich es mal kurz in Worte zu fassen:

In einem Wort: Ausnahmezustand!
Im Sommer eines jeden Jahres finden etwa 20 Hobby-FotografInnen aus allen Himmelsrichtungen (Deutschland, Österreich, Schweiz) zusammen, treffen sich allesamt am Rande eines Dorfes in Baden Würtemberg in einem ehemaligen Frauenkloster, welches als Volkshochschule umfunktioniert wurde, und frönen dort ihrem Hobby. Völlig isoliert von der Aussenwelt, inmitten eines Funklochs, bei Vollverpflegung und mit Schlafunterkünften im Kloster, in komfortbefreiten Zellen – ganz so wie damals. Ohne die Ablenkungen des Alltags beschäftigen sie sich den lieben langen Tag mit nichts anderem als die Fotografie.

Gemeinsam frühstücken, fotografieren, gemeinsam Mittag essen, fotografieren, gemeinsam Abendbrot essen, fotografieren.

Nicht selten auch bis tief in die Nacht hinein: Astrofotografie, Pixel Stick, mitgebrachtes Feuerwerk – es gibt viele Gründe, die Nacht schlaflos zu verbringen. Und wer am Ende des Tages meint, er habe genug fotografiert, der trifft sich mit anderen in der Klosterküche und redet auch dort, wie sollte es anders sein, doch wieder meist über Fotografie. Nicht ausgeschlossen, dass einige ihren Wecker schon sehr früh stellen, um vom Känzele einen einzigartigen Sonnenaufgang mit Einblicken auf das Donautal einzufangen.

Als Norddeutscher hat man hier ganz klar die A…-Karte gezogen, denn Baden Würtemberg liegt am anderen Zipfel Deutschlands. Und so sind mal eben 800 Strassenkilometer vom Heimatort bis zu den Klostergeistern zu bewältigen. Doch diese Strapaze nehme ich gern auf mich, denn es erwartet mich kein anstrengender Workshop, sondern Gleichgesinnte. Also … Verrückte, wie ich es bin 🙂

Der erste Tag begann analog. Jedem wurde eine alte Box Kamera samt Schwarzweiss Film in die Hand gedrückt. Und nachdem wir uns mit den relativ einfachen Kameras vertraut gemacht und den Film eingelegt haben, ging es auch schon hinaus zum Fotografieren. Acht Aufnahmen konnten wir machen. So mussten wir verwöhnten Digitalfotografen gut überlegen, was wir fotografierten. Jochen hat derweil an seiner selbstgebauten Drohne herumgeschraubt. Und wir alle staunten nicht schlecht, als wir sahen, was er vor hatte. Es sollte die vermutlich erste, durch eine Drohne beförderte Box Kamera weltweit sein, die per Funkfernbedienung mittels eines hydraulisches Selbstauslösers eine Luftaufnahme schiesst. UNGLAUBLICH!

Später am Abend, nach dem Abendbrot, trafen wir uns alle in der Klosterküche und Moni und Chris zeigten uns, wie man die analogen Filme entwickelt. Nebenbei haben sich Beatrix, Frauke und Alex Gedanken gemacht, wie man die Negative digitalisieren kann und MacGyver-mässig aus den spärlich vorhandenen Mitteln einen “Negativ-Scanner” erschaffen, der schneller als ein echter Scanner arbeitet und doch eine verhältnismässig gute Qualität abliefert. Schliesslich sollten an diesem Abend 24 Filme entwickelt und digitalisiert werden, sprich: 24 x 8 Fotos.

[ Die restlichen Tage muss ich erst noch verarbeiten. Die Geschichte wird fortgeschrieben. Demnächst. Also schon sehr bald. Ganz sicher. ]

Nachtrag vom 2016-07-17: Der Mark hat einen tollen Artikel zu den Klostergeistern geschrieben. Besser könnte ich es auch nicht schreiben. Ich werde diesen Artikel daher nicht fortsetzen.

 

Klostergeister Impressionen

Ein kurzes Video von mir, entstanden am Donnerstag. Nur der Abspann ist vom Freitag 🙂

Offizielles Klostergeister 2016 Video

Happy Shooting Podcast Folge #460: Rotationsfriteuse.

Aufgenommen am 2. Abend des Workshops.

Projektvideo One Man Show

Projektvideo Bilderfolgen

Projektvideo Phantomlichter

4 Gedanken zu “Klostergeister

  1. Hallo Tim, Du triffst den Kern des Projekts “Klostergeister” sehr gut. Schön erzählt. Danke Dir. Jürgen

Schreibe einen Kommentar