Lange Listen sind lang

Was mir kürzlich bewusst wurde: Meine Aufgabenliste wächst. Wobei Aufgabenliste eigentlich nicht das richtige Wort ist. Es ist vielmehr eine Ansammlung von Aufgaben, Ideen, Wünschen und Stichworten, um sich später an etwas zu erinnern, kleinen und grossen Zielen, die meist jedoch nur schwammig und sehr kurz beschrieben sind. Also mehr so ein Sammelsurium von allem, was mir durch den Kopf schwirrt und in gewisser Weise wichtig für mich ist.

Die Liste wächst stetig an und wird damit immer unübersichtlicher, weil nicht sofort erkennbar ist, ob ein Eintrag nun eine konkrete Aufgabe, ein gross gestecktes Ziel oder bloss ein flüchtiger Gedanke ist, der schon bald wieder aus der Liste verschwindet oder aber fortgeführt wird und die Liste weiter anwachsen lässt. Ich schreibe mir die Dinge auf, wenn sie mir wichtig erscheinen und ich sie nicht aus den Augen verlieren möchte. Doch das nicht-aus-den-Augen-verlieren funktioniert immer schlechter, je länger die Liste wird.

Mit der Getting Things Done Methode habe ich mich schon vor einigen Jahren beschäftigt, das Buch Wie ich die Dinge geregelt kriege von David Allen gelesen und mir die Software MyLifeOrganized zugelegt, mit der man diese Methode sehr gut umsetzen kann. Doch leider gibt es die Software nicht für Linux, was auch der eigentliche Grund dafür ist, dass ich sie seit längerer Zeit nicht mehr einsetze. Ein weiterer Grund ist, dass die Software die Daten in der Cloud speichert. Zumindest dann, wenn man die Software auf mehreren Geräten betreibt und diese synchron halten möchte. Und das möchte ich. Denn wann immer mir etwas durch den Kopf schiesst, möchte ich es notieren können. Egal, ob ich gerade unterwegs bin, im Büro sitze oder daheim am Rechner.

Bisher habe ich diese Liste in meiner OwnCloud mit installierter Tasks App gepflegt. Auf die OwnCloud, die ich selber hoste, kann ich mit jedem Webbrowser zugreifen und unterwegs nutze ich die Android App Open Tasks. Doch leider sind die Möglichkeiten im Vergleich zu MyLifeOrganized sehr begrenzt und ermöglichen auch nicht die Umsetzung der Getting Things Done Methode. Mit dem neuen Bewusstsein der stetig wachsenen Liste wurde mir klar, dass eine einfache Liste nicht mehr ausreicht und eine neue Lösung her muss. Denn nur so lassen sich konkrete Aufgaben von allen anderen Gedanken trennen. Und nur so wird der Kopf frei, ohne das unsichere Gefühl, doch etwas Wichtiges zu übersehen.

Nachdem ich mir mehrere freie Software Lösungen angesehen habe, die meinen Bedürfnissen aber alle nicht gerecht werden, bin ich den Kompromiss eingegangen, meine Daten vielleicht doch der Cloud zu überlassen und auf propritäre Software zu setzen (das ist für einen Linuxianer kein kleiner Schritt, glaubt mir). So stiess ich bei meinen Recherchen auf Nirvana, die mich mit ihrer Android App zu einem ausführlicheren Test überzeugen konnten. Doch richtig überzeugen konnten sie mich nicht, was unter anderem auch daran lag, dass es noch ein recht junges Unternehmen ist.

Um es kurz zu machen: Ich möchte MyLifeOrganized noch mal eine Chance geben. Schliesslich besitze ich die Software bereits, habe mich darin eingearbeitet, bin damit soweit auch zufrieden und vor allem vertraue ich dem Unternehmen. Denn dieses Unternehmen beschäftigt sich schon sehr lange mit dem Thema. Das ändert jedoch nichts daran, dass sie Linux als Betriebsystem nicht unterstützen. Und so habe ich mich schweren Herzens für einen Ausflug in die wine Welt entschieden. Und tatsächlich gelang es mir, die Software zum Laufen zu überreden! Wie mir das gelungen ist – nach vielen Versuchen – werde ich demnächst in einem eigenen Artikel beschreiben. Wenn die Software einwandfrei unter Linux läuft. Und das teste ich gerade.

Das Beitragsbild stammt von Alexandre Dulaunoy.

 

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