Rotterdam

Rotterdam

Die Wetterprognose fürs Wochenende war gut (sogar sehr gut), ich spürte eine gehörige Portion Reiselust in mir und buchte letzten Montag kurzentschlossen ein Hotelzimmer für eine Übernachtung im Zentrum von Rotterdam. Nachdem mir mein Amsterdam Aufenthalt so gut gefallen hatte, wollte ich als Nächstes auch Rotterdam erkunden. Einen Tag später bereute ich diese Entscheidung bereits: Ich las, dass die Mitarbeiter der öffentlichen Verkehrsbetriebe landesweit streiken. Super! Da ist das Verkehrschaos ja vorprogrammiert. Nun, ich hatte das Hotelzimmer verbindlich gebucht. Nicht hinfahren war also keine wirkliche Option. Nach einiger Recherchearbeit erfuhr ich, dass der ÖV im Stadtumfeld von Rotterdam vermutlich fahren würde. Wenn auch vielleicht nicht ganz nach Fahrplan. Aber immerhin sollten die Züge rollen. Ich hatte eh geplant mit dem Auto anzureisen. Bis nach Rotterdam schaffe ich es auf jeden Fall. Aber ich vermeide nach Möglichkeit Autofahrten ins Stadtzentrum.

Plan A war, meinen Pkw auf einem P+R abzustellen und dann mit dem ÖV weiter in die Stadt zu fahren. Sollte der ÖV nicht fahren, wäre Plan B mir einen Parkplatz in Rotterdam zu suchen. Das geht jedoch schnell ins Geld. 30€ darf man dafür am Tag einkalkulieren. Die bessere Option wäre vielleicht direkt beim Hotel zu parken? Mit 19€ am Tag schon mal günstiger. Den müsste ich dann aber bereits am Samstagmorgen wieder räumen, da ich ja nur eine Übernachtung gebucht habe. Ohne mir zu viele Gedanken im Vorfeld zu machen, verfolgte ich optimistisch Plan A und steuerte am Freitag den P+R Capelsebrug an. Hier sollte man kostenlos parken und auch schnell in die Stadt kommen können. Gute 3 1/2 Stunden brauchte ich für die Anreise mit dem Auto. Als ich ankam sah ich gerade einen Zug einfahren. Die Züge fahren also! Sehr gut. Nur leider war kein freier Parkplatz zu finden. Ich fuhr den ganzen Parkplatz ab und legte schliesslich eine kurze Essenspause ein. Auch andere Autofahrer suchten vergeblich nach einer Parklücke. Darauf zu warten, dass eine frei wird und diese dann auch zu ergattern, dürfte viel Zeit und Nerven kosten. Es musste Plan A2 her.

Plan A2 ist eigentlich genau wie Plan A, nur sah er einen anderen P+R vor: Kralingse Zoom. Auch dort sollte man kostenfrei parken können und die Anbindung mit dem ÖV in die Stadt sollte sogar noch besser sein. Einziger Nachteil: Hier muss ein Nachweis erbracht werden, dass man den ÖV auch genutzt hat. Ansonsten zahlt man den üblichen Tarif. Eigentlich nicht weiter schlimm, ich wollte den ÖV ja in Anspruch nehmen. Doch wie genau das funktionieren sollte, war mir zu dem Zeitpunkt nicht ganz klar. Aber es half ja nichts…

Frei Parkplätze gab es beim P+R Kralingse Zoom reichlich. Die Einfahrt war nur mit Schranke möglich. Ich schnappte mir einen meiner zwei Rücksäcke. Den anderen wollte ich später holen, wenn ich ins Hotel einchecke. Erst mal Rotterdam erkunden! Der Fahrkartenautomat des ÖV bot sogar Deutsch an, wollte mir aber partout keine Fahrkarte verkaufen! Hinter mir bildete sich schon eine kleine Schlange und ich liess eine Dame vor. Sie war so nett und erkundigte sich, was das Problem sei. Ich ging mit ihr die Schritte durch, bis zu der Stelle, wo der Automat nicht weiter machen wollte. Sie vermutete, dass es am Touchpanel liegen könnte. Ich probierte den Fahrkartenautomat nebenan und siehe da, es ging. Ich hatte mich für ein Tourist Day Ticket entschieden, weil es hier ermässigten Eintritt bei einigen Attraktionen der Stadt gibt – dachte ich jedenfalls. Bei der Auswahl des Zahlungsmittels entschied ich mich für Barzahlung, da ich auch sonst alles bar bezahle, sollte dann aber 13,50€ in Münzen einwerfen. Scheine nahm der Automat nicht an. So viele Münzen hatte ich gerade nicht griffbereit und zückte dann doch notgedrungen meine Kreditkarte. Nicht das letzte Mal während meines Rotterdam Aufenthalts.

Der gute Start des Rotterdam Trips setzte sich fort und ich fuhr mit der Metro in die falsche Richtung: stadtauswärts! Das sollte mir noch einige Male passieren und mir ist bis zum heutigen Tag nicht klar, wie es dazu kommen konnte. Meine noch folgenden Irrfahrten werde ich in diesem Bericht nicht weiter ausführen. Eigentlich wollte ich Rotterdam Centraal ansteuern. Ich bemerkte mein Missgeschick zum Glück relativ schnell und wurde stutzig, als die Metro am P+R Capelsebrug Halt machte. Der lag doch weiter ausserhalb? Also raus aus der Metro und wieder in die entgegengesetzte Richtung weiterfahren. In Rotterdam Blaak sollte ich laut der App 9292 umsteigen, blieb dann aber vorerst dort und sah mir die Kubushäuser und die Markthalle an. Ich entschied mich schliesslich ganz um und steuerte statt Rotterdam Centraal nun den Euromast an. Dort wollte ich erstmals die vermeintlichen Vorzüge meines Tourist Day Tickets nutzen, musste aber doch den vollen Eintrittspreis bezahlen, denn entgegen meiner Erwartung war damit kein Rabatt zu bekommen. Da hatte ich wohl etwas durcheinander bekommen. Ich hätte mir besser ein ganz normales Tagesticken holen sollen. Barzahlungen wurden nicht akzeptiert und schon zückte ich erneut meine Kreditkarte. Das widerstrebt mir ja, gläserner Mensch und so, aber den Blick aus 185 Meter Höhe auf die Stadt wollte ich mir wiederum auch nicht entgehen lassen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=c2J3lydbCjc

Wie ihr im Video sehen könnt, genoss ich einen traumhaften Blick auf die Stadt und begab mich danach durch den Stadtpark in Richtung Erasmusbrücke, dem Wahrzeichen von Rotterdam. In einem Reiseführer lass ich, man müsse die Brücke einmal zu Fuss überquert haben. Also machte ich mich auf den Weg. Ich überquerte sie gleich zweimal, denn ich musste ja auch wieder zurück. Da ich nun schon eine Weile zu Fuss unterwegs war und einiges von der Stadt gesehen hatte, sah ich den Zeitpunkt gekommen meinen zweiten Rucksack aus dem Auto zu holen, ins Hotel einzuchecken und ein Päuschen zu machen. Da ich ja auf Irrfahrten durch die Stadt nicht weiter eingehen wollte, machte ich mich also auf direktem Weg *hüstel* zum Hotel, bezog mein Zimmer, machte mich kurz frisch, legte ganz kurz die Beine hoch und zog auch schon wieder los. Ich erkundete noch die Gegend rund um Rotterdam Centraal und schliesslich eine nahegelegene Einkaufsmeile. Für mich gehört ein Besuch bei Febo eigenltich zur guten Tradition bei allen meinen Besuchen der Niederlande, doch diesmal fand ich einfach nicht das Richtige für mich. So kaufte ich im Supermarkt mein Abendbrot ein und nahm es gemütlich im Hotelzimmer ein. Mit einer Dose belgischen Bieres, das ganz lecker war.

Nach einer erholsamen Nacht checkte ich am nächsten Morgen aus dem Hotel aus, kaufte mir am Rotterdam Centraal ein Zwei-Stunden-Ticket und fuhr auf direkten Weg *hüstel* zum P+R, wo mein Auto stand. Ich hatte beschlossen, Rotterdam heute nicht weiter zu erkunden, sondern wollte mir Gouda näher ansehen. Der Ort des weltbekannten Käses. Nicht weit von Rotterdam entfernt. In Gouda angekommen, hatte ich erneut meine Schwierigkeiten mit der Bedienung des Parkscheinautomaten, der einfach keinen Parkschein ausspucken wollte! Das Parkgeld musste im Voraus bezahlt werden. Es gab zwar einen Münzeinwurf, doch es liessen sich keine Münzen einwerfen. Ein Parkticket konnte ausschliesslich mit Karte bezahlt werden. Also zückte ich zum wiederholten Male meine Kreditkarte. Ich ging in die Fussgängerzone und klar habe ich mir Gouda Käse gekauft! Ausserdem noch Vla im Supermarkt, für daheim. Und mein Frühstück, bestehend aus zwei Croissants.

Und dann trat ich die Heimfahrt an.