Trip nach Amsterdam

Unterkünfte sind in Amsterdam nicht gerade günstig zu bekommen. Wenn man etwas bezahlbares findet, sind es meist Hostels und dort darf man mit einem Schlafplatz in einem 4/6/8 Mehrbettzimmer vorlieb nehmen. Das Zimmer mit wildfremden Mensch teilen? Nichts für meinen Geschmack. Ein weiteres Problem in Amsterdam sind Parkplätze. Da sieht es mal richtig düster aus. Es gibt nicht viele und sie sind teuer: Mit 45 € pro Tag darf man rechnen. Meine Kriterien bei der Hotelsuche: Einzel- oder Doppelzimmer mit grossem Bett, eigenem Bad & Dusche und einem Parkplatz für Eike (so nenne ich mein Auto). Ja, selbstverständlich gab es einige Treffer. Nein, die waren leider nicht bezahlbar 🙂

Das Auto braucht man in Amsterdam ohnehin nicht. Es lässt sich prima auf einem P+R Parkplatz am Stadtrand abstellen. Davon gibt es mehrere. Von da aus geht es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Amsterdam CS. Die Kosten sind gering: Das Parken kostet pro Tag einen Euro und die Fahrt in die Stadt und wieder zurück etwa fünf Euro. Bis zu vier Tage kann man sein Auto dort stehen lassen. Somit konnte ich meine Suchkriterien etwas abmildern: Unterkünfte ohne eigene Parkplätze. Das änderte aber nicht viel, weiterhin nicht bezahlbar. Das schloss auch die Anreise mit dem Zug aus, die ich ebenfalls in Betracht zog.

Also suchte ich nach Hotels im Umfeld von Amsterdam und wurde fündig. Es gab einige günstige Bed & Breakfast Angebote. Dort hätte ich mir aber das Bad mit anderen Gästen teilen müssen. Ich habe schliesslich ein bezahlbares Hotel etwa 15 Kilometer ausserhalb von Amsterdam gefunden. Für niederländische bzw. amsterdam’sche Verhältnisse mit riesigem Zimmer, mehreren Sitzmöglichkeiten, einem grossen Bett, eigenem Bad mit Badewanne und sehr ruhig gelegen. Die Perfekte Unterkunft für ein paar Tage! Bezahlt habe ich knapp 64 € pro Nacht.

Die vielleicht wichtigste Frage aber: Welche Kamera nehme ich mit? Die grosse DSLR oder die kleine Kompakte? Diese Frage habe ich bis zuletzt vor mir her geschoben. Erst am Abreisetag habe ich mich für beide entschieden 🙂 Weil ich mich eben nicht entscheiden konnte. Letztlich habe ich die DSLR nicht benutzt. Meine kleine Sony RX 100 Mark I mag in die Jahre gekommen sein, aber sie ist so unglaublich klein und leicht, hat einen vergleichsweise grossen Sensor, macht einfach tolle Bilder und der Akku hält irrsinnig lange durch. Da konnte die DSLR nur das Nachsehen haben. Zumal dieser Trip ja auch nicht als Fotosafari gedacht war. Der Schwerpunkt lag am Erkunden von Amsterdam und seinem Umfeld. Im Hochsommer schleppt man ohnehin noch allerhand Zeugs mit sich herum: Den Rucksack, mindestens ein Liter Getränke, GPS Gerät zum Tracken der Strecke (hat die Sony nämlich nicht), etwas Obst, Brot, Snacks, Süssigkeiten und so weiter. Da kommt einiges an Gewicht zusammen. Und man legt pro Tag einiges an Stecke zurück. Meist zu Fuss.

Tag 1: Anreise und Amsterdam erkunden

Etwa fünf Gehminuten vom Hotel befand sich eine Bushaltestelle. Von dort ging es in knapp einer halben Stunde one-way für 7,50 € nach Amsterdam. In der City angekommen habe ich mir an der Touristikinformation vor dem Bahnhof ein Amsterdam & Regio Travel Ticket für drei Tage gekauft. Damit kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel in und um Amsterdam nutzen. Da ich vier Tage geblieben bin, habe ich es erst am nächsten Tag mit der Busfahrt in die City und dem ersten Check-in aktiviert. Dabei ist zu beachten, dass drei Tage nicht 72 Stunden entsprechen. Ein Tag in diesem Kontext beginnt um 0.00 Uhr und endet um 4.00 Uhr am Folgetag. Vor jeder Fahrt muss man sich ein- und nach jeder Fahrt wieder auschecken. Also auch beim Umsteigen. Dazu hält man das mit einem RFID-Chip bestückte Ticket an spezielle Kartenleser, die sich entweder im Fahrzeug (Bus / Tram), am Gleis (Zug) oder im Eingangsbereich eines Bahnhofs befinden. Der Kartenleser piept einmal, wenn man sich eingecheckt hat. Dies wird auch auf einem Display angezeigt, allerdings in niederländisch. Zweimal, wenn man sich ausgecheckt hat. Und dreimal, wenn ein Problem aufgetreten ist. Ich hatte die Karte anfangs der Bequemlichkeit halber in meinem Portemonnaie belassen und dieses an die Kartenleser gehalten. Allerdings befand sich darin eine weitere Kreditkarte mit RFID-Chip und dies führte häufig zu Problemen.

Um mich in Amsterdam besser zurecht zu finden, habe ich die App OsmAnd+ mit einer Offlinekarte von Openstreetmap benutzt. Weiterhin hilfreich war für mich die App 9292, die mir Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel anzeigte. Eine Powerbank hatte sich auch als sehr nützlich erwiesen, denn ich war in den vier Tagen recht viel unterwegs und habe das Smartphone intensiv benutzt für Fotos, Videos, zur Orientierung et cetera.

Zu entdecken gibt es in Amsterdam so einiges. Es lohnt sich, gerade am ersten Tag, sich einfach mal planlos treiben zu lassen. Anschliessend kann man immer noch gezielt Sehenswürdigkeiten ansteuern.

Tag 2: Zaandam und Zaanse Schans

Eigentlich wollte ich mir die alten Mühlen in Zaanse Schans ansehen, stieg aber in den falschen Bus und kam in Zaandam an. Und das war gut so, denn Zaandam ist definitiv sehenswert! Das wäre mir sonst entgangen, denn die Ortschaft hatte ich nicht auf meiner Liste. Es ist ein kleines gemütliches Städtchen, nicht so überlaufen wie Amsterdam. Hier habe ich mich eine ganze Weile aufgehalten und wohl gefühlt.

Nach Zaandam wollte ich noch einen zweiten Versuch starten nach Zaanse Schans zu kommen. Und diesmal gelang es auch. Die Fahrt dorthin mit dem Bus dauerte recht lange, eine Stunde etwa. Natürlich sind mir als Ostfriese Mühlen nicht fremd. Trotzdem war es eine lohnenswerte Erfahrung. So viele Mühlen an einem so schönen Ort habe ich auch noch nicht gesehen. In der Nähe vom Parkplatz befindet sich ein Aussichtsturm von wo man einen guten Ausblick auf die Mühlen und die Natur hat. Der Ort selbst ist allerdings schon sehr touristisch. Dennoch eine gute Abwechslung, wenn man dem Stadttrubel mal entfliehen möchte.

 

Für Busse sind oftmals eigene Fahrspuren vorhanden, sodass sie selbst zur Rush Hour zügig voran kommen, während die Autos im Stau stehen. In deutschen Grosstädten dominiert hingegen das Auto. In Amsterdam das Fahrrad und der öffentliche Verkehr. Da wünscht man sich, in Deutschland hätte man auch so viel Weitsicht bei der Stadtplanung gehabt. Bestes Beispiel ist die Fahrrad Stadt Groningen. Wenn es euch interessiert, seht mal das Video The World’s Cycling City an. Schon interessant.

Tag 3: Haarlem und Amsterdam

Von Haarlem war ich eher enttäuscht. Kann aber an meiner Erwartungshaltung gelegen haben. Einige Zeit lang habe ich mich auf einem kleinen Flohmarkt aufgehalten und dort geschnüstert, aber auch nichts wirklich spannendes gefunden. Ansonsten gab es eher nicht so viel zu sehen, weshalb ich mich dort auch gar nicht lange aufgehalten habe.

 

Stattdessen habe ich vorgezogen Amsterdam weiter zu erkunden. Am frühen Nachmittag war ich in der frei zugänglichen Bibliothek und habe dort in der Kantine einen leckeren Burger mit Pommes gegessen. Mit einem kleinen Heineken habe ich dafür 15 € bezahlt, was gar nicht so teuer ist für Amsterdam. Und es war das teuerste Gericht, man kann also auch noch mal deutlich günstiger speisen. Zuvor habe ich aber den Ausblick auf der Terrasse genossen, die sich wie die Kantine in der siebten Etage befindet. Gerade in dem Moment zog ein Gewitter auf. Perfektes Timing eine Mittagspause einzulegen, bis sich die dunklen Wolken wieder verzogen.

Die meiste Zeit habe ich Fotos gemacht, aber ein paar Videos sind auch entstanden. Der folgende Film zeigt ein bisschen was vom Flair der Stadt.

Falls man sich ein Fahrrad mietet, muss man achtgeben wo man es abstellt. Keinesfalls sollte man es an einem Strassenschild oder ähnlichem anketten. Es dürfen nur ausgewiesene Parkplätze benutzt werden. Wer sich nicht dran hält, bekommt eine Verwarnung. Im schlimmsten Fall wird es abgeschleppt.

In Amsterdam ist das Fahrrad das Verkehrsmittel Nummer 1. Man muss als Fussgänger gut aufpassen wo man lang läuft, denn es ist zumindest anfangs recht ungewohnt, dass so viele mit dem Rad unterwegs sind. Wenn man mal darauf achtet, findet man auch interessante Umbauten.

Tag 4: Almere und Lelystad

Am letzten Tag habe ich mir die beiden Städte Almere und Lelystad angesehen. Mit dem Zug sind beide gut zu erreichen. Ich war mir nicht sicher, ob ich den Intercity mit meiner Fahrkarte nehmen durfte und habe eine Schaffnerin gefragt, die am Gleis stand. Nach einigem hin und her bekam ich die Auskunft, dass ich damit fahren dürfe. Da sich der Zug jedoch an einem anderen Gleis befand, war er zeitlich nicht mehr rechtzeitig für mich zu erreichen und ich nahm den Sprinter nach Almere.

Almere ist sehr modern, hat eine grosse Fussgängerzone und ist ein wahres Shopping Paradies. Gefühlt war jedes dritte Geschäft ein Handy-Laden, aber der Eindruck täuscht wahrscheinlich. Es gibt dort sehr noble Geschäfte, einen Apple Reseller, einen Samsung Shop, aber auch H&M. Da ich nicht auf Shopping Tour war, bin ich einfach die Fussgängerzone entlang geschlendert.

 

Interessant fand ich das Landschaftsbild zwischen Lelystad und Almere.

Lelystad ist im Vergleich zu Almere eine kleine Stadt. Aber auch sehenswert.

Alle Sehenswürdigkeiten auf einer Karte

Einige der von mir besuchten Sehenswürdigkeiten habe ich in die Karte eingezeichnet.

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I am Amsterdam: 52.359070, 4.884000
Vondelpark: 52.357472, 4.866214
Liebesschlossbrücke: 52.368237, 4.897665
Openbare Bibliotheek: 52.375768, 4.908193
NEMO Science Center: 52.374228, 4.912578
Zaandam: 52.438424, 4.816319
Zaanse Schans Aussichtsturm: 52.474325, 4.822708
Lelystad: 52.507858, 5.473831
Almere: 52.373924, 5.218484
Zaanse Schans: 52.474161, 4.817955
Königlicher Palast: 52.373131, 4.892102
Rotlicht Museum: 52.373623, 4.899044
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Distanz: 8.2 km
Almere

Almere ist eine sehr moderne Stadt mit einer grossen Fussgängerzone. Ein Paradies zum Shoppen.

Almere Flevoland, Niederlande
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Distanz: 16.2 km
NEMO Science Center

Auf dem Dach vom Museum, das frei zugänglich ist, hat mein einen tollen Ausblick. Ausserdem befindet sich dort ein grosser Wasserspielplatz, der nicht nur Kinder begeistert 🙂

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Distanz: 16.4 km
Openbare Bibliotheek

Eine öffentliche Bibliothek, die frei zugänglich ist. In der siebten Etage befindet sich eine Kantine, wo man gut und günstig etwas essen kann. Ausserdem kann man dort auf die Terasse gehen und hat einen super Ausblick auf Amsterdam. Noch bis Ende August finden Renovierungsarbeiten statt, deshalb gelten spezielle Öffnungszeiten.

 

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Distanz: 17 km
Rotlicht Museum

Selbst war ich zwar nicht im Rotlicht Museum. Es klingt aber ganz spannend. Als Frau kann man sich auch mal hinter die Glasscheibe setzen.

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Distanz: 17.3 km
Liebesschlossbrücke

Eine wunderbare kleine Brücke, an der Verliebte viele Schlösser angebracht haben.

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Distanz: 17.5 km
Königlicher Palast

Auf dem Platz ist immer was los und die Schausteller laden zum Fotografieren ein.

Königlicher Palast
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Distanz: 18.6 km
I am Amsterdam

Der Schriftzug ist ein klassisches Fotomotiv und es macht einfach Spass, darauf herumzuklettern.

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Distanz: 19.8 km
Vondelpark

Viel Grün, Ruhe und Erholung findet man auch mitten in der Stadt: im Vondelpark.

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Distanz: 21.6 km
Zaandam

Die Innenstadt von Zaadam ist sehr gemütlich und lädt zum Bummeln und Shoppen ein.

Zaandam Noord-Holland, Niederlande
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Distanz: 21.8 km
Zaanse Schans Aussichtsturm

Von hier hat man einen guten Ausblick auf die Mühlen und die Umgebung.

Zaanse Schans Noord-Holland, Niederlande
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Wollt ihr noch mehr über Amsterdam erfahren? Dann schaut euch den Erfahrungsbericht von Mark an. Dort findet ihr weitere wertvolle Informationen und jede Menge Fotos.

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